Mit ihrem Roman »Cryptos« gewann Bestseller-Autorin Ursula Poznanski den Seraph-Literaturpreis. Nun folgt die erste Graphic Novel der Jugendbuchautorin, die von Christopher Tauber (Story) und Timo Grubing (Art) umgesetzt wurde. Wir haben einen Blick in den dystopischen Thriller geworfen und schildern nachfolgend unseren Eindruck.
Der Tod ist keine Illusion
Es ist nur ein Kontrollbesuch in Kerrybrook, einem idyllischen Fischerdorf mit viel Grün und geduckten Häuschen. Aber seit dem Morgen gab es dort einige Ausfälle. Und dann wird vor Janas Augen jemand umgebracht.
Jana Pasco ist als Weltendesignerin bei Mastermind verantwortlich für die Gestaltung – und die Sicherheit – digitaler Realitäten. An ihrer Designstation entstehen alternative Realitäten, die sich so echt anfühlen wie das reale Leben: Fantasyländer, Urzeitkontinente, längst zerstörte Städte.
Doch mit dem Mord in Kerrybrook kommt sie einer undurchsichtigen Sache auf die Spur. Und Jana wird gezwungen zu handeln …
Aufmachung
Die Graphic Novel von »Cryptos« erscheint bei Loewe als Hardcover im Format 17,5 x 24,5 cm. Der Einzelband weist 256 vollfarbige Seiten auf und richtet sich an Leser ab 14 Jahren. Am Ende des Bandes gewährt Christopher Tauber Einblicke in die Umsetzung einer Adaption.
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Fazit
Der Einstieg in die Geschichte wirft zunächst einige Fragen auf, bevor nach und nach Antworten für das Verständnis geliefert werden. In einem raschen Tempo entwickelt sich die Erzählung zu einem Mystery- und Verschwörungsthriller, der zunehmend an Spannung gewinnt. Protagonistin Jana Pasco kommt dabei einer undurchsichtigen Angelegenheit auf die Spur, die größere Ausmaße annimmt als zunächst erwartet.
Mit fortschreitender Handlung werden die Zusammenhänge greifbarer, ehe das Finale das gesamte Ausmaß der Geschehnisse offenbart. Dabei entwickelt sich die Geschichte zu einem Wettlauf gegen die Zeit, in dem Jana mehrfach ihr Leben riskiert.
Die Geschichte spielt anfänglich verstärkt in den virtuellen Welten, bevor sich der Schauplatz auch in die reale Welt verlagert. Dies wird gekonnt genutzt, um die klimatisch und gesellschaftlich zerstörte Außenwelt zu präsentieren und zu verdeutlichen, weshalb sich ein Großteil der Menschheit in digitale Realitäten flüchtet.

Eine besondere Stärke der Graphic Novel ist die Darstellung der verschiedenen Welten. Illustrator Timo Grubing spendiert jeder Welt ein eigenes Farbkonzept und einen individuellen Stil, wodurch diese durch ihre Eigenständigkeit überzeugen und zugleich einen angenehmen Kontrast zueinander bilden. Mit der Anzahl und Vielfalt der virtuellen Welten wird dabei nicht gegeizt, sodass die Leser eine abwechslungsreiche Mischung erwartet.
Der Kontrast zwischen den virtuellen Welten und der düsteren Wirklichkeit macht einen besonderen Reiz der Geschichte aus. Themen wie Macht und Kontrolle großer Technologiekonzerne, Überwachung und Manipulation sowie soziale Ungleichheit werden gekonnt in die Handlung eingebunden und zeigen die Schattenseiten einer solchen Zukunftsvision auf.
Als jemand, der den Roman nicht gelesen hat, wurde ich von der Graphic Novel bestens unterhalten. Die Flucht in digitale Welten, Janas Kampf ums Überleben und die zahlreichen Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht, wecken nach Abschluss des Einzelbandes die Neugier auf die Romanvorlage und deren Fortsetzung.
Mit ihrer spannenden Handlung, den relevanten Themen und der gelungenen visuellen Umsetzung erweist sich »Cryptos« als überzeugende Adaption, die sowohl neue Leser als auch Kenner der Vorlage ansprechen dürfte.
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