Mangaka Nikke Taino, bekannt durch Werke wie »Elementare Gefühle« und »Bloody Bites at Boarding School«, meldet sich dank B-Love Manga mit ihrer Boys-Love-Trilogie »Irgendwo auf dieser Welt« im deutschen Handel zurück. Wir haben den ersten Band der gefühlvollen Geschichte gelesen und schildern im Folgenden unseren Eindruck.
Ein Königreich im Stillstand – und Gefühle, die alles in Bewegung setzen.
Als Abenteurer betritt Shin das unerforschte Reich Oraie, ein Land voller Geheimnisse und potenzieller Gefahren. Kaum angekommen, erklärt ihn der junge Regent Mustia überraschend zum Familienmitglied. Doch hinter dem Glanz antiker Stätten lauert eine dunkle Bedrohung: eine rätselhafte Lungenseuche, die längst auch Mustia befallen hat.
Sein treuer Diener None lindert zwar die Qualen, doch Heilung verlangt ein Opfer, das alles verändern würde. Zwischen Macht und Pflicht, Nähe und Verrat entspinnt sich ein Ringen, das über Schicksal und Zukunft entscheidet …
Aufmachung
Der deutsche Release von »Irgendwo auf dieser Welt, jenseits aller Karten« erfolgt bei B-Love Manga als Softcover im Format 12,8 x 18,2 cm. Der Auftaktband umfasst 232 Seiten, darunter zwei Farbseiten. Neben den fünf regulären Kapiteln dürfen sich Leser zudem auf zwei Bonus-Kapitel freuen.
Die japanischen Soundeffekte wurden für die deutsche Ausgabe retuschiert und neu gesetzt. Empfohlen wird das Boys-Love-Abenteuer für Leser ab 16 Jahren. Die Übersetzung aus dem Japanischen stammt von Emma Hase.
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Fazit
Mit »Irgendwo auf dieser Welt, jenseits aller Karten« startet B-Love Manga die Boys-Love-Trilogie aus der Feder von Mangaka Nikke Taino. Im Zentrum der Erzählung steht das kleine Reich Oraie, worin eine rätselhafte Krankheit ihren jungen Bewohnern nach und nach das Leben nimmt, was das Land seit über einem Jahrhundert isoliert hat.
Durch die Grundprämisse, die auch im deutschen Klappentext angerissen wird, entsteht im Vorfeld eine anregende Erwartungshaltung. Mangaka Taino bringt dabei eine gut inszenierte Mischung aus Nähe, Unsicherheit und Geheimnissen zustande, die sich schrittweise entfaltet. Als Hauptfigur fungiert der junge Fremde namens Shin, dessen Herkunft sich erst mit der Zeit erschließt.
Der freiheitsliebende Reisende tritt mit dem abgeschotteten Reich in Kontakt und durch seine Aktionen lässt Taino ihn und den Leser die Welt und ihre Bewohner kennenlernen. Der Kontrast zwischen seiner Offenheit und der verschlossenen Welt, auf die er trifft, erzeugt eine feine Spannung.

Die Erzählung bietet eine passende Mischung aus einfacher Comedy und ernsthaften Momenten. Die rätselhafte Seuche bildet das emotionale Zentrum, besonders durch die Betroffenheit des Jungen Mustia. Ein Heilmittel existiert – doch es fordert ein Opfer. Dieser Konflikt verleiht der Geschichte Gewicht, ohne sie zu überfrachten.
Mimik und Körpersprache sind fein umgesetzt, die Augen der Figuren tragen viel Ausdruck. Zwischenmenschliche Szenen und Berührungen werden stilvoll inszeniert, wodurch sich auch erotische Momente harmonisch ins Gesamtbild einfügen.
Erzählerisch bleibt der Band eher ruhig, mit einem spürbaren Hauch Melancholie. Der Fokus liegt auf wenigen, aber tragenden Figuren. Ein Zeitsprung bringt zum Ende hin neue Impulse, doch der Band wirkt in sich geschlossen – auch wenn die Geschichte in zwei weiteren Bänden fortgeführt wird.
Als Auftakt liefert der erste Band von »Irgendwo auf dieser Welt, jenseits aller Karten« eine ruhige, feinfühlige Geschichte zwischen Isolation, Krankheit und Nähe. Die Mischung aus Ernst, leichten Tönen und Boys-Love-Momenten funktioniert unaufdringlich.
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